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Gründer- und Mutmacherpreis geht nach Eberswalde und Bernau - Ökologische Toiletten und ein Kinderschuhladen

Ausgezeichnet: Florian Augustin von der Finizio GmbH in Eberswalde und Jennifer Bloschies aus Bernau, Inhaberin von KisS - Kinderschuhe Shion. © Foto: Markus Pettelkau

Gründer aus Eberswalde und Bernau ausgezeichnet - Ökologische Toiletten aus Eberswalde und ein Kinderschuhladen aus Bernau dürfen sich über den Gründer- und Mutmacherpreis des Netzwerks für Existenzgründer Barnim-Uckermark freuen.„Ernährungssicherheit, Klimaschutz, Ressourcenaufbau – das alles steckt in unseren Ausscheidungen“, sagt Florian Augustin. Der 30-Jährige ist Gründer und Geschäftsführer der Finizio GmbH. Die Firma entwickelt Trockentoiletten, Trenntoiletten und Komposttoiletten. Auch die Stadt Eberswalde gehört zu den Kunden des jungen Unternehmens. Unter anderem im Park am Weidendamm hat die Firma bereits eine öffentliche Trockentoilette aufgestellt. Einige Studenten der Hochschule für nachhaltige Entwicklung würden diese sogar dem WC in den Campusgebäuden vorziehen, weil sie – so ihr Feedback an Finizio-Chef Florian Augustin – dankbar sind für diese „Möglichkeit, ökologisch scheißen zu können“.

Im Kot steckt großes Potenzial - In den Klohäuschen werden Flüssig- und Feststoffe getrennt aufgefangen und von Finizio zu Humus und Pflanzendünger veredelt. Ein Feldversuch, wie Menschenkot düngt, läuft derzeit in Schorfheide. „Die Fruchtbarkeit unserer Böden definiert die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft“, so Augustin. „1,5 Prozent des globalen Energieverbrauchs gehen für die Herstellung von Düngemitteln drauf, drei Prozent für die Nachverwendung. Da steckt riesiges Potenzial drin.“

Am Mittwoch (15.9.) nahm Augustin den Gründerpreis des Netzwerks für Existenzgründer Barnim-Uckermark  entgegen. „Ich möchte meinen kleinen Beitrag leisten, der hilft, die globalen Umweltprobleme zu bekämpfen“, so der Wahl-Eberswalder in seiner Dankesrede. 2012 kam der Berliner zum Studieren in die Waldstadt. „Forstwirtschaft natürlich. Meine Interessen haben sich dann aber irgendwann vom Holzkreislauf zum Nährstoffkreislauf entwickelt“, sagt er. Vieles habe er sich dann auch autodidaktisch beigebracht.

Viel Unterstützung im Barnim - Nach einem Abstecher Richtung Süddeutschland kam er wieder zurück in seine Wahlheimat. „Ich lebe gerne hier und bekomme hier auch Unterstützung für mein Vorhaben, dafür bin ich echt dankbar.“ Unter anderem stellen ihm die Kreiswerke Barnim seit 2019 eine Fläche bereit, durch Förderung arbeitet Finizio auch eng mit der Wissenschaft zusammen, ein ehemaliger Praktikant schreibt gerade seine Doktorarbeit zu diesem Thema. Zu den derzeitigen Hauptabnehmern zählen Festivalveranstalter. „Da war 2020 natürlich ein harter Einschnitt, es fand ja nichts statt. Aber wir haben uns mittlerweile wieder gut erholt und blicken optimistisch in die Zukunft“, so Augustin.

Der Traum vom eigenen Laden - Optimismus strahlt auch Jennifer Bloschies aus Bernau aus. Sie erhielt vom Netzwerk den sogenannten Mutmacherpreis. Die Schuhverkäuferin verlor 2019 ihren Job und ließ sich davon nicht entmutigen. Sie wollte einen eigenen Kinderschuhladen eröffnen. Sie hatte damals kaum finanzielle Grundlagen, dafür aber großen Rückhalt von Familie und Freunden. Im März 2020 meldete sie ihr Gewerbe an, eine Woche später folgte der Lockdown. Wo viele andere sich zurückgezogen hätten, zog Bloschies ihren Traum durch. Entgegen jeder Prognose eröffnete sie im Juni 2020 ihren Laden KisS – Kinderschuhe Shion in der Bernauer Orionstraße.

Viel Zuspruch von Kunden - Im Vorfeld flossen allerdings Blut, Schweiß und Tränen. „Ohne die Unterstützung meiner Lieben hätte ich das nicht geschafft. Als ich endlich eine Gewerbefläche hatte, konnte die nicht saniert werden, da die Firmen ausgelastet waren oder Material fehlte. Also haben wir alles in Eigenarbeit gemacht. Es war ja nicht einmal eine funktionierende Heizung da. Auch die Regale mussten wir selbst bauen – mehr Do it yourself geht kaum“ Bei der Eröffnung war nur halb so viel Ware da, wie eigentlich geplant – die Kunden kamen trotzdem und sprachen Jennifer Bloschies Mut zu. „Das ist überwältigend, dass viele Leute mir sagten, dass sie uns brauchen. Im Internet kann man halt keine Kinderschuhe anprobieren, das geht nur in einem Laden vor Ort. Das hat mir richtig Kraft gegeben.“

Plötzlich systemrelevant - Als das Geschäft lief, kam es erneut zum Lockdown. Bloschies musste wieder um ihr Überleben fürchten – bis einer der Lieferanten sie darauf hinwies, dass sie doch auch Babyartikel verkauft. „Dadurch war ich systemrelevant und konnte geöffnet bleiben.“

Text: Markus Pettelkau Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der MOZ

 

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